18 Jahre Christopher Street Day

Meine Lieben, das Fest für Menschlichkeit und Toleranz ist bereits in vielen Städten und findet statt. 
Ich möchte gerne meine Erfahrungen von 17 Jahre Christopher Street Day nieder schreiben.

Damals im Jahre 2000 hörte ich zum ersten Mal, dass man für Toleranz und Gleichstellung für lesbische-, schwule- transgender und intersexuelle Menschen auf die Straße gehen kann. Ich liebte es mich schon damals schrill zu kleiden und zog mich in einer abgelegene Straßenecke um. Denn damals lebte ich noch in einem großen Dorf wo ich Drohungen ertragen musste. Denn bunt durfte ich dort nicht über die Straße gehen.

Plötzlich sah ich viele Menschen, die mich nicht verurteilten und ich konnte meine inneren Flügel ausstrecken. So begann es, dass ich jedes Jahr bis heute auf die Straße gehen wollte um gegen Rassismus, Intoleranz und Hass zu demonstrieren. Jedes Jahr überlegte ich was ich anziehen könnte. Es sollte schrill und auffällig sein. Ich wollte in keinem Jahr das ich provoziere. Durch den Christopher Street Day konnte ich durch die Stadt tanzen und war frei. Auch wenn es nur einen Tag war. Aber ich sah die Menschen wie sie winkten und nicht schlugen.

Der Christopher Street Day steht für grenzenlose Liebe und freien Wunsch so zu sein wie man sich fühlt. Doch leider hatte ich das Gefühl plötzlich eine Fremde zwischen den bunten Treiben zu sein. Viele meiden das Fest, weil sie ausgegrenzt werden und das es nur noch zu einer Sauf- Party daher kommt.

In erster Linie demonstrieren wir, denn in vielen Ländern können Menschen nicht ihren freien Willen haben und verstecken sich vor Folter sowie Gewalt. Auch in Deutschland wo die AFD, die Organisation "Demo für alle", sowie ähnliche Organisationen und ewig Gestrige uns in die Knie zwingen wollen. Da müssen wir weiter aufstehen und gegen den Hass kämpfen. Jeder Atemzug von Toleranz hilft gegen das Vergiften der Welt zu wehren. Das Gift wo sich viele Menschen leider infiziert haben. Sie werden laut, aber wir sind lauter.... Denn wir schweigen nicht wenn wir unterdrückt, erniedrigt und verbal  sowie körperlich geschlagen werden.

Ich habe nichts gegen das Feiern, aber man darf nicht den Sinn des Ereignisses vergessen. Das wir noch viel tun müssen, damit keiner mehr angefeindet oder verletzt wird. Auch wenn ich manchmal auf schwarze Schafe stoße die meinen die Größten zu sein werde ich weiter für unsere Rechte demonstrieren. Ebenso das ich meine Seele ganz zeigen kann und das ich die Freude spüre.

Was ich mir noch wünsche würde ist mehr Zusammenhalt. Die nahen Anfeindungen sind nicht zu ertragen und das in eigenen Reihen. Das ist die schlimme Schattenseite, aber sie hat die Sonne noch nicht verdeckt.

Das Ereignis sollte auch zur Aufklärung dienlich sein.
Ich bin dafür, dass Kinder aufgeklärt werden, dass wir auch andere Orientierungen und Identitäten haben. Das ist keine Krankheit ist und das sich jeder Mensch sich zudem wie er sich entscheidet bekennen kann. Das man nicht auf die Hetze hört, dass Kinder verunsichert werden, nur weil es auch andere Lebensweisen gibt. Kinder sollen Kind sein und sich selbst entwickeln. Wichtig ist das die Eltern zu ihrem Kind (er) steht (stehen) und sie leben lassen. Wo der Weg auch hinführt er sollte nicht mit Steinen verbaut werden.

Auch Regenbogenfamilien haben es noch teilweise schwer. Warum?! Liebe kommt überall hin und warum sollten sie keine Kinder haben? Warum sollen sie sich nicht zu ihrer Liebe stehen können. Die Ehe für alle ist durch, aber stehen bleiben - No Way. 

"Solange noch Schwuchtel geschrien wird in Schulhöfen oder in anderen Orten müssen wir ein Zeichen setzen. Denn es gibt Menschen die ihre Hand anderen geben. Das ist auch unsere Welt, dass wir Menschen sind und uns gegenseitig schätzen.

Auch dieses Jahr werde ich raus gehen und den Christopher Street Day genießen. Denn ich bin nicht alleine - wir sind nicht alleine. Das Bunte , das Vielfältige wird nicht aussterben, eher versinkt der braune Sud ins Nichts!

Danke das ich wieder vom Herzen schreiben könnte.... Eure Silvanja

CSD 2010


1 Kommentar:

  1. Liebe Silvanja, ich freue sehr darauf, auch dieses Jahr wieder mit Dir zusammen auf die Straße zu gehen. In großer Liebe, Dein Pirandîl

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